«Die einzige Artenvielfalt, die wir am Ende noch haben werden, ist Coca-Cola gegen Pepsi.» (Charles Palahniuk, 2004)

Eine hohe, intakte Biodiversität eines Landes hat vielfältige positive Wirkungen. Sie trägt zu wichtigen wirtschaftlichen Versorgungsleistungen wie Bestäubung, Schädlingsbekämpfung oder Bodenfruchtbarkeit bei. Sie wirkt regulierend, indem sie Ökosysteme stabilisiert und wichtige Stoffkreisläufe und Nahrungsketten unterstützt. Und schliesslich trägt sie kulturelle Leistungen bei, die sich für uns alle als Landschaftsqualität oder Erholungswert zeigen.

Vorher:

englischer-Rasen

Nachher:

Blumenwiese

Demnach ist es eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, die nachweislich gefährdete Biodiversität der Schweiz zu erhalten bzw. aktiv zu fördern. Als grundsätzliche Herausforderungen werden insbesondere die Förderung der Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungsflächen genannt. Besonders dramatisch sind vor allem die rückläufigen Bestäuberpopulationen sowohl der Honigbiene wie auch der Wildbienen zu nennen. Von den über 600 Wildbienenarten werden 45% auf der Roten Liste geführt. Genau aufgrund ihres wichtigen Beitrages zur Bestäubungsleistung sind spezialisierte und nicht-spezialisierte Wildbienen sowie Honigbienen, wichtige Adressaten zur Förderung der Biodiversität. Neben landwirtschaftlichen Flächen sind in der Schweiz rund 20.000 Hektar Rasenflächen, meist intensiv gedüngt und gemäht und Brachen oder Teilbrachen (Industriebrachen, Reserve- und Depotflächen von Gewerbe und Industrie) häufig mit Problemunkräutern in Siedlungsräumen vorhanden.

Durch eine Aufwertung dieser Flächen sollen auf der einen Seite die Probleme mit Problemunkräutern verringert und auf der anderen Seite durch verbessertes Nahrungsangebot, Nisthilfen und Brutplätzen die Wildbienen gefördert werden. In diesem Bereich wurde bis anhin kaum Forschung betrieben. Zudem eröffnet das Projekt die Möglichkeit, das Bewusstsein für den Wert und die Bedrohung der Biodiversität sowohl der Bevölkerung wie auch der Unternehmen zu stärken und Wege der Erhaltung und Förderung aufzuzeigen.

Das interdisziplinäre Projekt swiss bee ’O’ diversity will somit sowohl einen konzeptionellen wie praktischen Beitrag zu leisten, in dem eine evidenzbasierte Gestaltungslösung für Grün- und Brachflächen im Siedlungsraum systematisch auf ihre nachhaltige Wirksamkeit hin entwickelt und exemplarisch umgesetzt und evaluiert wird. Darüber hinaus soll die Standardisierbarkeit der Gestaltungsprinzipien sowie die Skalierbarkeit des zugrundeliegenden Geschäftsmodells aufgezeigt werden, um durch entsprechende Verbreitung die Wirkung zugunsten der Biodiversität im Siedlungsraum auch über den Projektabschluss zu maximieren.

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Bis dato fehlenden zivilgesellschaftlich-marktliche Lösungen zur Biodiversitätsförderung. Das Projekt swiss bee ‘O‘ diversity zielt auf strategisch-gesellschaftlicher Ebene darauf, einen exemplarischen Beitrag zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum der Schweiz zu leisten; die Wirksamkeit marktlicher Lösungen zu pilotieren und deren Skalierbarkeit zu prüfen sowie das Verständnis der Relevanz von Biodiversität weiter zu fördern.

Stand/Resultate

Basierend auf der Grundlagenexpertise der HAFL sowie den konzeptionellen Vorarbeiten der Wildbiene + Partner GmbH konnten bereits drei Pilotflächen für ein Monitoring über den Projektzeitraum akquiriert werden. Darüber hinaus werden drei weitere Pilotflächen auf Basis eines «before/after» Designs im Rahmen des Projektes gestaltet und über den Zeitverlauf evaluiert, um die Wirksamkeit der Gestaltungslösung nachzuhalten.

Osmia Cornuta Swiss Bee O Diversity